Interaktive Visualisierung
Diskrete dynamische Systeme
Ein Zustand wird schrittweise verändert. Verändere Startwert und Parameter und beobachte, ob sich das System einem Gleichgewicht nähert oder davon entfernt.
Zustandsentwicklung
Parameter
Gleichgewicht
Verhalten
stabil
Da , werden Abweichungen vom Gleichgewicht mit jedem Schritt kleiner.
Ein Iterationsschritt
Jeder neue Zustand entsteht aus dem unmittelbar vorherigen.
Fixpunktidee
Im Gleichgewicht ändert sich der Zustand beim nächsten Schritt nicht mehr.
x0
10
x1
14
x2
16,40
x3
17,84
x4
18,70
x5
19,22
x6
19,53
x7
19,72
x8
19,83
x9
19,90
x10
19,94
Merke: Bei einem diskreten dynamischen System wird der Zustand schrittweise berechnet. Ein Gleichgewicht erfüllt . Für die lineare Rekursion entscheidet insbesondere über die Stabilität.
Diskrete dynamische Systeme
Kompetenzcode: FA 8.3
Bereich: Funktionale Abhängigkeiten
Ein diskretes dynamisches System beschreibt einen Zustand , der sich in einzelnen Zeitschritten verändert:
Der Explorer zeigt Zustandsfolgen und Gleichgewicht. Die Theorie erklärt, wie das Modell aus einem Text entsteht und wie Stabilität rechnerisch beurteilt wird.
1. Prozess erkennen und Zustandsgleichung aufstellen
Beispiel 1: Bestand mit Zu- und Abnahme
Ein Speicher enthält anfangs Einheiten. Pro Tag bleiben erhalten, danach kommen Einheiten hinzu. Mit als Bestand nach Tagen gilt
Die Reihenfolge ist im Modell enthalten: zuerst proportionaler Rest, dann konstanter Zugang.
Beispiel 2: Änderungsregel übersetzen
Eine Population wächst pro Periode um , gleichzeitig werden Individuen entnommen. Daher
Der beschreibt den alten Bestand plus Wachstum, die konstante Entnahme.
2. Iterativ berechnen
Beispiel 3: Zustände schrittweise bestimmen
Für und folgt
Jeder neue Wert wird aus dem unmittelbar vorherigen Zustand berechnet.
Beispiel 4: Tabelle statt Kettenfehler
Für , , erhält man
Eine Tabelle hält Index, Zustand und Einheit zusammen und verhindert, dass ein gerundeter Zwischenwert falsch weiterverwendet wird.
3. Gleichgewicht bestimmen
Ein Gleichgewicht ändert sich beim nächsten Schritt nicht. Daher gilt die Fixpunktgleichung
Beispiel 5: Lineares Gleichgewicht
Für gilt
Einsetzen bestätigt .
Beispiel 6: Kein eindeutiger Fixpunkt
Für würde verlangt. Das ist unmöglich; es gibt keinen Fixpunkt. Bei ist dagegen jeder Zustand ein Fixpunkt.
4. Lineare Differenzengleichung lösen und Stabilität prüfen
Für
ist . Die explizite Lösung lautet
Beispiel 7: Explizite Lösung
Für , , ist . Somit
Für ergibt sich , wie bei der Iteration.
Beispiel 8: Stabilität aus dem
Der Abstand zum Gleichgewicht erfüllt
Bei nähert sich das System abwechselnd von beiden Seiten dem Gleichgewicht.
Beispiel 9: Instabiles System
Für ist . Startet man mit , dann
Der Abstand zu wächst; der Fixpunkt ist instabil. Ein Start genau bei bliebe trotzdem dort.
5. Diagramme und Modellgrenzen deuten
Beispiel 10: Diskretes Diagramm lesen
Punkte nähern sich . Die Differenzen zum Wert sind und halbieren sich. Daher passt
mit Gleichgewicht . Zwischen den ganzzahligen Zeitpunkten behauptet das diskrete Modell keine Werte.
Beispiel 11: Parameter im Kontext deuten
In bleiben pro Schritt des Bestands erhalten, gehen verloren und Einheiten kommen hinzu. Der Gleichgewichtswert ist
Beispiel 12: Mathematisch möglich, sachlich unzulässig
Ein Populationsmodell liefert . Die Rechnung kann formal stimmen, aber eine negative Individuenzahl ist sachlich unmöglich. Dann müssen Parameter, Gültigkeitsbereich oder Modellstruktur überprüft werden.
Typische Fehler
- Prozentuale Änderung und konstanter Zugang werden nicht vermischt: Verlust bedeutet Faktor .
- Beim Fixpunkt wird gesetzt, nicht .
Merksätze
- Zustand plus Übergangsregel plus Startwert bestimmen das System.
- Ein Fixpunkt bleibt unter der Übergangsfunktion unverändert.
- Für ist , falls .