Interaktive Visualisierung
Angebot, Nachfrage und Marktgleichgewicht
Verändere Angebot und Nachfrage und beobachte, wie sich Gleichgewichtsmenge und Gleichgewichtspreis verschieben.
Nachfrage
Angebot
Marktgleichgewicht
Nachfrage
Angebot
Nachfrage
Mit steigender Menge sinkt hier der Preis, den Nachfragende zu zahlen bereit sind.
Angebot
Mit steigender Menge steigt hier der Preis, zu dem angeboten wird.
Gleichgewicht
Im Schnittpunkt stimmen angebotene und nachgefragte Menge beim selben Preis überein.
Interaktive Visualisierung
Kostenfunktion und Preisuntergrenzen
Verfolge Kostenkehre, Stückkosten, Betriebsoptimum und Betriebsminimum in einem gemeinsamen Modell.
Produktionsmenge
Gesamtkosten
Stückkosten
Kostenkehre
Übergang von degressiv zu progressiv
Stückkosten
Minimum = Betriebsoptimum
Variable Stückkosten
Minimum = Betriebsminimum
Aktuelle Lage
progressiver Kostenverlauf
Betriebsoptimum
Die minimalen Stückkosten sind die langfristige Preisuntergrenze.
Betriebsminimum
Die minimalen variablen Stückkosten sind die kurzfristige Preisuntergrenze.
Interaktive Visualisierung
Gewinnzone und Cournot-Punkt
Verfolge Erlös, Kosten und Gewinn für dieselbe Absatzmenge.
Absatzmenge
Erlös und Kosten
Gewinnfunktion
Gewinngrenzen
Gewinnmaximum
Cournot-Punkt
Erlösmaximum
Grenzfunktionen
Deckungsbeitrag
Er deckt zunächst die Fixkosten und darüber hinaus den Gewinn.
Aktuelle Menge
Gewinn
Kosten-, Preis- und Marktmodelle
Kompetenzcode: AN 5.3
Bereich: Analysis
Wirtschaftliche Modelle verbinden mehrere . Dabei bedeutet
Welche Bedeutung genau hat, hängt von der Aufgabe ab. Geldwerte werden zum Beispiel in Euro, Preise in Euro pro Stück und Mengen in Stück angegeben.
Die Rechnung ist erst vollständig, wenn Funktion, Ergebnis, Einheit und wirtschaftliche Bedeutung zusammenpassen.
1. Das Grundgerüst eines Wirtschaftsmodells
Die wichtigsten Funktionen sind:
Aus wenigen Grundfunktionen entstehen weitere Größen:
Die folgende Übersicht zeigt, wie die Funktionen zusammenhängen.
2. Nachfrage- und Angebotsfunktion bestimmen
Nachfrage
Die Preisfunktion der Nachfrage gibt an, welchen Preis Nachfragende bei einer bestimmten Menge zu zahlen bereit sind.
In einem einfachen linearen Modell fällt der Preis mit wachsender Menge:
Sind zwei Preis-Mengen-Paare gegeben, werden daraus zwei Punkte gebildet. Zum Beispiel:
Die ist
Damit lautet die Nachfragefunktion
Angebot
Die Preisfunktion des Angebots gibt an, zu welchem Preis eine bestimmte Menge angeboten wird.
In einem einfachen linearen Modell steigt der erforderliche Preis mit der Menge:
Geht die Angebotsgerade durch und , dann gilt
und damit
Bei und ist der ein Preis, nicht die Menge.
3. Höchstpreis, Mindestpreis und Sättigungsmenge
Diese drei Werte sind Achsenabschnitte.
Höchstpreis
Der Höchstpreis ist der Nachfragepreis bei Menge null:
Für gilt
Wirtschaftlich bedeutet das: Ab einem Preis von Geldeinheiten wird in diesem Modell nichts mehr nachgefragt.
Mindestpreis
Der Mindestpreis ist der Angebotspreis bei Menge null:
Für gilt . Unter diesem Preis beginnt in diesem vereinfachten Modell kein Angebot.
Sättigungsmenge
Die Sättigungsmenge ist die nachgefragte Menge beim Preis null:
Beim Beispiel:
Die Sättigungsmenge ist also eine Menge. Höchst- und Mindestpreis sind dagegen Preise.
4. Marktgleichgewicht
Im Marktgleichgewicht stimmen Angebots- und Nachfragepreis überein:
Mit den beiden Beispielfunktionen ergibt sich
Der Gleichgewichtspreis folgt durch Einsetzen in eine der beiden Funktionen:
Der Gleichgewichtspunkt ist
Die erste Koordinate ist die Gleichgewichtsmenge, die zweite der Gleichgewichtspreis.
5. Was misst die Preiselastizität?
Die Preiselastizität vergleicht relative Änderungen:
Sie beantwortet die Frage:
Um wie viel Prozent ändert sich die nachgefragte Menge ungefähr, wenn sich der Preis um ein Prozent ändert?
Bei einer normalen Nachfrage ist das Vorzeichen negativ: Steigt der Preis, sinkt gewöhnlich die nachgefragte Menge.
Für die Stärke der Reaktion wird meistens der Betrag betrachtet:
6. Punktelastizität berechnen
Die Punktelastizität beschreibt die Reaktion an einer bestimmten Stelle.
Ist die Nachfrage als Menge in Abhängigkeit vom Preis gegeben,
dann gilt
Häufig ist aber die inverse Nachfragefunktion gegeben. Dann darf nicht einfach verwendet werden. Wegen
gilt bei :
Beispiel
Für und gilt
Also
Da , ist die Nachfrage an dieser Stelle elastisch. Eine Preissteigerung um ungefähr führt lokal zu einer Abnahme der Nachfrage um ungefähr .
7. Bogenelastizität berechnen
Die Bogenelastizität beschreibt die mittlere Reaktion zwischen zwei Preis-Mengen-Paaren und .
Mit den Ausgangswerten als Bezugsgrößen gilt:
Beim Übergang von zu ist
und
Somit
Manche Aufgaben verwenden statt der Ausgangswerte die Mittelwerte der beiden Mengen und Preise. Das ist die Mittelwertmethode. Deshalb muss vor der Rechnung geprüft werden, welche Formel die Aufgabe oder Formelsammlung vorgibt.
8. Kostenfunktion und variable Kosten
Die Gesamtkostenfunktion beschreibt alle Kosten für die Produktionsmenge .
Die Fixkosten sind
Sie entstehen auch bei Produktion null, zum Beispiel durch Miete oder Grundgebühren.
Die variablen Kosten sind
Für
gilt
und
9. Eine ertragsgesetzliche Kostenfunktion aus Bedingungen bestimmen
Eine typische ertragsgesetzliche Kostenfunktion wird als kubische Funktion angesetzt:
Jede wirtschaftliche Bedingung wird in eine mathematische Gleichung übersetzt.
Beispiel
Gegeben sind
Mit
entsteht ein Gleichungssystem für . Seine Lösung ist
Damit erhält man wieder
10. Degressiv, progressiv und Kostenkehre
Bei einer ertragsgesetzlichen Kostenfunktion werden zwei Bereiche unterschieden.
Degressiver Kostenverlauf
Die Gesamtkosten steigen, aber ihre Steigung wird kleiner. Die Grenzkosten sinken.
Progressiver Kostenverlauf
Die Gesamtkosten steigen mit zunehmender Steigung. Die Grenzkosten wachsen.
Kostenkehre
Die Kostenkehre ist der Wendepunkt der Kostenfunktion. Ihre Mengenkoordinate wird mit
bestimmt. Zusätzlich muss ein Vorzeichenwechsel von oder ein anderes geeignetes Wendekriterium geprüft werden.
Beim Beispiel:
Der Kostenwert ist . Vor ist der Verlauf degressiv, danach progressiv.
Die Kostenkehre ist nicht das Betriebsoptimum. Sie betrifft die Krümmung der Gesamtkosten.
11. Stückkosten und Betriebsoptimum
Die Stückkosten sind die durchschnittlichen Gesamtkosten pro Stück:
Das Betriebsoptimum ist die Menge mit den kleinsten Stückkosten:
mit anschließendem Minimumnachweis.
Die langfristige Preisuntergrenze ist der minimale Stückkostenwert:
Beim Beispiel liegt das Betriebsoptimum näherungsweise bei
und die langfristige Preisuntergrenze bei
Langfristig muss der Preis mindestens alle Kosten einschließlich der Fixkosten decken.
12. Variable Stückkosten und Betriebsminimum
Die variablen Stückkosten sind
Das Betriebsminimum ist die Menge mit den kleinsten variablen Stückkosten:
mit Minimumnachweis.
Die kurzfristige Preisuntergrenze lautet
Im Beispiel ist
Daraus folgt
Die kurzfristige Preisuntergrenze beträgt
13. Erlös- und Gewinnfunktion
Der Erlös ist Preis mal verkaufte Menge:
Für ergibt sich
Der Gewinn ist Erlös minus Gesamtkosten:
Im einfachen Explorer-Beispiel gilt
Somit ist
Positive Werte von bedeuten Gewinn, negative Werte Verlust.
14. Gewinngrenzen und Gewinnzone
An einer Gewinngrenze ist der Gewinn null:
Gleichwertig gilt dort
Für
erhält man
ist die untere Gewinngrenze oder Gewinnschwelle. ist die obere Gewinngrenze.
Die Gewinnzone ist der Bereich, in dem
Im Beispiel gilt daher
Die Formelsammlung schreibt den gesamten Gewinnbereich einschließlich der beiden Break-even-Stellen als . Streng positiver Gewinn liegt nur im Inneren vor:
Bei und ist der Gewinn genau null.
15. Erlösmaximum, Gewinnmaximum und Cournot-Punkt
Erlösmaximum
Das Erlösmaximum wird aus der Erlösfunktion bestimmt:
mit Maximumnachweis und Beachtung des zulässigen Bereichs.
Im Beispiel:
Der maximale Erlös beträgt
Gewinnmaximum
Das Gewinnmaximum wird aus der Gewinnfunktion bestimmt:
Beim Beispiel:
Wegen liegt ein Maximum vor. Der maximale Gewinn ist
Cournot-Punkt
Der Cournot-Punkt liegt auf der Nachfragefunktion und gehört zur gewinnmaximierenden Menge:
Hier gilt
und damit
Der Cournot-Punkt enthält Menge und Preis. Er ist nicht der Punkt auf dem Gewinngraphen.
16. Deckungsbeitrag
Der gesamte Deckungsbeitrag ist
Er zeigt, welcher Betrag nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten und anschließend für den Gewinn übrig bleibt.
Da , gilt
Im einfachen Beispiel ist . Somit:
Ein positiver Deckungsbeitrag allein bedeutet noch nicht zwingend Gewinn. Zuerst müssen die Fixkosten gedeckt werden.
17. Grenzkosten, Grenzerlös und Grenzgewinn
Grenzfunktionen sind Ableitungen:
Sie beschreiben die momentane Änderung der jeweiligen Gesamtgröße bei einer kleinen Mengenerhöhung.
Aus
folgt
An einer inneren gewinnmaximierenden Stelle gilt
Das bedeutet: Beim Gewinnmaximum stimmen Grenzerlös und Grenzkosten überein.
Eine Ableitung liefert eine näherungsweise Änderung pro zusätzlicher Mengeneinheit. Für eine genaue Änderung von auf muss die Differenz, zum Beispiel , berechnet werden.
18. Ein vollständiger Arbeitsplan
Marktmodell
- Variablen und Einheiten festlegen.
- Nachfrage- und Angebotsfunktion aus den Angaben bestimmen.
- Höchstpreis, Mindestpreis und Sättigungsmenge berechnen.
- lösen.
- Gleichgewichtspreis einsetzen und beide Koordinaten deuten.
Kostenmodell
- Fixkosten mit bestimmen.
- Variable Kosten bilden.
Erlös- und Gewinnmodell
- bilden.
- bilden.
19. Technologie sinnvoll verwenden
GeoGebra oder ein CAS kann
- Funktionen zeichnen und Schnittpunkte anzeigen,
- Gleichungssysteme lösen,
- Ableitungen bilden,
- Nullstellen, Extrem- und Wendepunkte bestimmen,
- Werte numerisch berechnen.
Trotzdem müssen Modell und Deutung selbst festgelegt werden. Ein guter Ablauf ist:
- Funktionen mit klaren Namen eingeben.
- Den wirtschaftlich zulässigen Bereich beachten.
- Ergebnis rechnerisch oder durch Einsetzen kontrollieren.
- Koordinaten und Funktionswerte den richtigen Größen zuordnen.
- Mit Einheit und wirtschaftlichem Satz antworten.
20. Typische Fehler
Preis und Menge vertauschen
Bei wird eine Menge eingesetzt und ein Preis erhalten.
Sättigungsmenge falsch bestimmen
Für die Sättigungsmenge wird gelöst. Sie ist nicht .
Beim Marktgleichgewicht nur angeben
Gefragt sind Gleichgewichtsmenge und Gleichgewichtspreis.
Bei der inversen Nachfrage falsch ableiten
Für die Punktelastizität einer gegebenen Funktion gilt
Gesamtkosten und variable Kosten verwechseln
Fixkosten sind in , aber nicht in enthalten.
Kostenkehre und Betriebsoptimum verwechseln
Die Kostenkehre ist ein Wendepunkt von . Das Betriebsoptimum ist ein Minimum von .
Gewinn- und Erlösmaximum gleichsetzen
Das Erlösmaximum berücksichtigt die Kosten nicht. Deshalb liegen beide Maxima im Allgemeinen bei verschiedenen Mengen.
Cournot-Punkt auf dem Gewinngraphen suchen
Der Cournot-Punkt liegt auf und verwendet die gewinnmaximierende Menge.
Ableitung als exakte Mehrkosten eines Stücks ausgeben
ist eine lokale Näherung. Die exakte Änderung lautet .
Merksätze
- Nachfrage und Angebot liefern Preise zu Mengen.
- Im Marktgleichgewicht gilt .
- Elastizität vergleicht relative Mengen- und Preisänderungen.
- Fixkosten sind , variable Kosten sind .