Interaktive Visualisierung
Elementare Funktionen integrieren
Erkenne die Grundform und wähle die passende Integrationsregel.
Vom Integral zur Stammfunktion
Integral
Regel anwenden
Stammfunktion
Grundregel
Erkennen
Im steht eine lineare wie .
Kontrolle durch Ableiten
Leite die gefundene Stammfunktion ab. Das Ergebnis muss wieder der ursprüngliche Integrand sein.
Exponential
Sinus
Cosinus
Kehrwert
Merke: Beim Integrieren elementarer ist die Grundform entscheidend. Bei einer linearen inneren Funktion entsteht zusätzlich der Kehrwert ihres Faktors.
Integrationsregeln für elementare
Kompetenzcode: AN 4.4
Bereich: Analysis
Beim Integrieren wird zu einer gegebenen Funktion eine Stammfunktion gesucht. Entscheidend ist zuerst die Grundform des Integranden. Danach werden konstante , Summen und lineare innere Funktionen berücksichtigt.
Die Leitfrage lautet:
Welche bekannte Funktion ergibt beim Ableiten wieder den gegebenen Integranden?
1. Stammfunktion und unbestimmtes Integral
Eine Funktion heißt Stammfunktion von , wenn
gilt.
Das unbestimmte Integral bezeichnet die Menge aller Stammfunktionen:
Dabei ist eine beliebige Konstante. Sie ist notwendig, weil beim Ableiten jede Konstante verschwindet.
Beispiel
Für
ist
eine Stammfunktion, denn
2. Faktorregel, Summenregel und Regelauswahl
Faktorregel
Ein konstanter Faktor bleibt beim Integrieren erhalten:
Summenregel
Summen und Differenzen werden gliedweise integriert:
Es wird nur eine Integrationskonstante am Ende benötigt.
Die Grundform erkennen
Nach der Auswahl der Grundstammfunktion wird geprüft, ob der Integrand einen konstanten Faktor, eine Summe oder eine lineare innere Funktion enthält.
3. Exponentialfunktionen integrieren
Natürliche Exponentialfunktion
Da die von wieder ist, gilt:
Beispiel
Allgemeine Exponentialfunktion
Für und gilt:
Der Faktor gleicht aus, dass
gilt.
Beispiel
4. Kehrwert- und Logarithmusfunktionen integrieren
Diese drei Grundformen sehen ähnlich aus, besitzen aber verschiedene Stammfunktionen.
Kehrwertfunktion
Auf jedem Intervall, das nicht enthält, gilt:
Der Betrag ist notwendig, weil sowohl für positive als auch für negative definiert ist. Eine Stammfunktion wird jeweils auf einem Intervall betrachtet, das die Definitionslücke bei nicht überschreitet.
Beispiel
Natürliche Logarithmusfunktion
Für gilt:
Die Kontrollableitung zeigt:
Logarithmus zu einer beliebigen Basis
Für , und gilt:
Daher folgt:
Beispiel
5. Trigonometrische Funktionen integrieren
Sinusfunktion
Das Minuszeichen ist wesentlich, denn
Cosinusfunktion
Tangensfunktion
Auf jedem Intervall, auf dem gilt, erhält man:
Zur Kontrolle wird die Kettenregel verwendet:
Die Stammfunktion gilt jeweils nur auf einem Intervall, das keine Nullstelle des Kosinus enthält.
6. Lineare Substitution
Enthält der Integrand eine lineare innere Funktion , kann die Grundstammfunktion angepasst werden.
Sei und . Dann gilt:
Der Faktor gleicht die innere Ableitung aus.
Herleitung mit Substitution
Wir setzen
Dann gilt:
Damit erhält man:
Beispiel 1: Exponentialfunktion
Beispiel 2: Cosinusfunktion
Beispiel 3: Kehrwertfunktion
Dabei muss gelten:
Beispiel 4: Potenz einer linearen Funktion
Für gilt:
Beispielsweise:
7. Mehrere Regeln kombinieren
Beispiel
Gegeben ist
Zuerst wird die Summe gliedweise integriert. Danach werden die konstanten Faktoren berücksichtigt:
Es gilt . Die Probe liefert:
8. Definitionsbedingungen und Gültigkeitsintervalle
Definitionsbedingungen werden vor dem Integrieren bestimmt. Die gefundene Stammfunktion ist nur dort gültig, wo auch der ursprüngliche Integrand definiert ist.
Kehrwertfunktion
Für gilt:
Die Intervalle und werden getrennt betrachtet.
Logarithmusfunktionen
Für und muss gelten:
Für die Basis des allgemeinen Logarithmus gilt zusätzlich:
Tangensfunktion
Für muss gelten:
Lineare innere Funktionen
Bei werden die Bedingungen der Grundfunktion auf übertragen. Beispielsweise gilt für :
9. Typische Fehler
Fehler 1: Integrationskonstante vergessen
Falsch:
Richtig:
Fehler 2: Faktor der linearen inneren Funktion nicht ausgleichen
Falsch:
Richtig:
Fehler 3: mit verwechseln
Es gilt:
aber:
Fehler 4: Betrag bei der Kehrwertfunktion vergessen
Die Stammfunktion von lautet auf geeigneten Intervallen , nicht allgemein .
Fehler 5: Vorzeichen bei der Sinusfunktion vertauschen
Fehler 6: Allgemeine Exponentialfunktion ohne integrieren
Fehler 7: Zu früh algebraisch umformen
Zuerst werden Grundform und äußere Rechenstruktur erkannt. Erst danach werden Faktoren herausgezogen, Summen zerlegt oder lineare Substitutionen durchgeführt.
10. Kontrolle durch Ableiten
Jede Stammfunktion kann unmittelbar überprüft werden:
- Gefundene Stammfunktion vollständig ableiten.
- Kettenregel und konstante Faktoren beachten.
- Das Ergebnis algebraisch mit dem ursprünglichen Integranden vergleichen.
- Definitionsbedingungen und Gültigkeitsintervalle erneut prüfen.
Beispiel
Für
gilt:
Damit ist eine Stammfunktion von .
11. Allgemeiner Arbeitsplan
- Definitionsmenge des Integranden bestimmen.
- Summe oder Differenz gegebenenfalls gliedweise betrachten.
- Konstante Faktoren vor das Integral ziehen.
- Grundform des Integranden erkennen.
- Passende Grundstammfunktion auswählen.
- Lineare innere Funktion identifizieren.
- Den Ausgleichsfaktor berücksichtigen.
- Integrationskonstante ergänzen.
Merksätze
- Integrieren bedeutet, eine Stammfunktion zu finden.
- Die Grundform entscheidet über die Integrationsregel.
- Konstante Faktoren bleiben als Faktoren erhalten.
- Summen und Differenzen werden gliedweise integriert.
- Bei entsteht der Ausgleichsfaktor .
- , und besitzen verschiedene Stammfunktionen.