Interaktive Visualisierung
Werte bei Sinusfunktionen ablesen
Wechsle zwischen Argument und Funktionswert und lies die zugehörigen Werte direkt im Graphen ab.
Graph
Argument wählen
Abgelesen
Was passiert im Graphen?
Vom Argument gehst du senkrecht zum Graphen und anschließend waagrecht zum .
Maximum
Minimum
Nullstellen
Merke: Ein gehört zu einem Argument . Umgekehrt kann derselbe Funktionswert bei einer periodischen zu mehreren Argumentwerten gehören.
Werte bei Sinusfunktionen
Kompetenzcode: FA 6.2
Bereich: Funktionale Abhängigkeiten
Bei einer Sinusfunktion können Werte aus einer berechnet oder aus einem Graphen abgelesen werden.
Wir betrachten hauptsächlich
Leitidee: Zuerst wird das Argument bestimmt. Danach wird der Sinuswert berechnet und mit multipliziert.
1. Argument und
Zu jedem Argument gehört ein Funktionswert .
Das zugehörige Wertepaar lautet
Beispiel:
Dann gehört der Punkt
zum Graphen.
2. Funktionswerte berechnen
Gegeben sei
Für gilt
Die sichere Reihenfolge ist:
- einsetzen,
- das innere Argument berechnen,
- den Sinuswert bestimmen,
- mit multiplizieren,
- das Wertepaar angeben.
3. Beispiel mit bekanntem Sinuswert
Gegeben sei
Gesucht ist
Das Wertepaar lautet
4. Zuerst das innere Argument
Bei
und
muss zuerst berechnet werden:
Dann:
Ein häufiger Fehler ist, nur statt zu berechnen.
5. Wichtige Sinuswerte im Bogenmaß
Diese Werte entsprechen , Hochpunkt, Nullstelle, Tiefpunkt und Nullstelle einer Periode.
6. Werte aus charakteristischen Punkten
Für
gilt mit der Periodenlänge
Bei und :
7. Näherungswerte berechnen
Nicht jeder Winkel besitzt einen einfachen exakten Sinuswert.
Beispiel:
Mit dem Taschenrechner im Bogenmaß:
Das Ergebnis ist ein Näherungswert:
näherungsweise.
8. Gradmaß und Bogenmaß
Der Taschenrechner muss zum angegebenen Winkelmaß passen.
Im Bogenmaß:
Im Gradmaß:
Die Eingaben
im Bogenmaß und
im Gradmodus liefern falsche Ergebnisse für die beabsichtigte Rechnung.
9. Werte aus einem Graphen ablesen
Um zu einem gegebenen -Wert den Funktionswert abzulesen:
- vom -Wert senkrecht zum Graphen gehen,
- vom Graphen waagrecht zur -Achse gehen,
- den -Wert ablesen,
- das Wertepaar angeben.
Graphisch abgelesene Werte sind meistens Näherungswerte.
10. Mehrere Argumentwerte zu einem Funktionswert
Wegen der Periodizität können mehrere -Werte denselben Funktionswert besitzen.
Beispiel:
hat im Intervall
genau die Lösung
Dagegen besitzt
im selben Intervall zwei Lösungen:
und
Beim Ablesen muss daher immer der betrachtete Bereich beachtet werden.
11. Punktprobe
Ein Punkt
liegt genau dann auf dem Graphen von , wenn
gilt.
Beispiel
Liegt
auf
Der berechnete Wert stimmt mit der -Koordinate überein. Daher liegt der Punkt auf dem Graphen.
12. Wertebereich als Kontrolle
Für
gilt
Beispiel:
Dann kann kein Funktionswert größer als oder kleiner als sein.
Ein Ergebnis wie
ist daher sicher falsch.
13. Exakte und gerundete Ergebnisse
Ein exaktes Ergebnis wird nicht unnötig gerundet:
Ein nicht exakt darstellbarer Rechnerwert wird mit angegeben:
Runde erst am Ende der Rechnung.
14. Werte aus einer Tabelle lesen
Daraus kann man beispielsweise ablesen:
und
Außerdem gehören die Punkte
und
zum Graphen.
15. Periodische Wiederholung nutzen
Ist die Periodenlänge , dann gilt
Beispiel:
besitzt die Periode .
Daher:
16. Kontext und Einheiten
In einem Sachkontext haben und oft unterschiedliche Einheiten.
Beispiel:
Dabei kann
- eine Zeit in Stunden,
- eine Höhenabweichung in Metern
beschreiben.
Die Aussage
bedeutet dann:
Nach Stunden beträgt die Höhenabweichung .
17. Negative Funktionswerte deuten
Ein negativer Funktionswert ist nicht automatisch ein Fehler.
Er kann beispielsweise bedeuten:
- unterhalb einer Mittellinie,
- Bewegung in die Gegenrichtung,
- negative Abweichung von einem Mittelwert,
- Position unterhalb eines Bezugspunktes.
Die genaue Bedeutung hängt vom Kontext ab.
18. GeoGebra zur Kontrolle
Funktion eingeben
f(x)=3*sin(2*x)
Punkt zu einem Argument erzeugen
x_0=pi/4
P=(x_0,f(x_0))
Punktprobe
P=(pi/4,3)
IstDefiniert(P)
Entscheidend bleibt die rechnerische Kontrolle
19. Arbeitsplan
- Funktionsgleichung und gesuchten Wert notieren.
- Prüfen, ob Grad- oder Bogenmaß verwendet wird.
- einsetzen.
- Das innere Argument berechnen.
- Den Sinuswert bestimmen.
- Mit multiplizieren.
- Exaktes oder gerundetes Ergebnis kennzeichnen.
- Das Wertepaar angeben.
- Mit dem Wertebereich kontrollieren.
- Bei Graphen die Achsenskalierung beachten.
- Bei mehreren Lösungen das Intervall prüfen.
- Ergebnis mit Einheit und Kontext deuten.
20. Typische Fehler
- wird nicht zuerst berechnet.
- Der falsche Taschenrechnermodus wird verwendet.
- Gradmaß und Bogenmaß werden vermischt.
- Die Multiplikation mit wird vergessen.
- Ein Näherungswert wird als exakter Wert ausgegeben.
- Die Koordinaten des Wertepaars werden vertauscht.
- Bei einem gegebenen -Wert wird nur ein möglicher -Wert gesucht.
- Der betrachtete Bereich wird nicht beachtet.
- Graphwerte werden genauer angegeben, als sie ablesbar sind.
- Der Wertebereich wird nicht zur Kontrolle verwendet.
- Negative Werte werden ohne Kontextprüfung als Fehler verworfen.
21. Zusammenfassung
Berechnung:
Wertepaar:
Punktprobe:
Wertebereich:
Kontrollfrage: Wurde zuerst das innere Argument berechnet und passt das Ergebnis zum Wertebereich?