Die y-Koordinate gibt den gemeinsamen Funktionswert an.
Liegt beispielsweise S(3∣7) auf beiden Graphen, dann gilt
f(3)=7undg(3)=7.
Damit gilt auch f(3)=g(3).
Wichtig: Die f(x)=g(x) liefert zuerst nur die x-Koordinate. Danach muss der zugehörige y-Wert berechnet werden.
2. Schnittpunkte grafisch bestimmen
Beim grafischen Bestimmen liest man die gemeinsamen Punkte der Graphen im Koordinatensystem ab.
Sichere Vorgehensweise
Suche jene Stelle, an der sich die Graphen schneiden.
Lies die x-Koordinate an der waagrechten Achse ab.
Lies die y-Koordinate an der senkrechten Achse ab.
Notiere den vollständigen Punkt S(x∣y).
Beachte die Skalierung der Achsen.
Grafisch abgelesene Werte sind häufig Näherungswerte. Dann verwendet man das Zeichen ≈.
3. Rechnerisch bestimmen: zwei lineare Funktionen
Gegeben sind
f(x)=2x+1undg(x)=x+4.
Schritt 1: Funktionswerte gleichsetzen
2x+1=x+4
Schritt 2: Gleichung lösen
Die Gleichungen bleiben untereinander. Die ausgeführte Umformung steht rechts nach einem Schrägstrich. Es werden keine Pfeile verwendet.
2x+1x+1x=x+4=4=3/−x/−1
Die gemeinsame Stelle ist also x=3.
Schritt 3: Gemeinsamen Funktionswert berechnen
yyy=f(3)=2⋅3+1=7
Zur Kontrolle:
g(3)g(3)=3+4=7
Schritt 4: Schnittpunkt angeben
S(3∣7)
4. Rechnerisch bestimmen: Gerade und Parabel
Gegeben sind
f(x)=x2−1undg(x)=x+1.
Schritt 1: Gleichsetzen
x2−1=x+1
Schritt 2: Auf die Normalform bringen
Bei einer quadratischen Gleichung bringen wir zuerst alle Terme auf eine Seite. Die Zeichen = und / bleiben dabei zeilenweise an derselben Stelle.
x2−1x2−x−2=x+1=0/−x−1
Schritt 3: Mit der abc-Formel lösen
Für
ax2+bx+c=0
gilt die abc-Formel
x1,2=2a−b±b2−4ac.
Hier sind
a=1,b=−1,c=−2.
Einsetzen und schrittweise vereinfachen:
x1,2=2⋅1−(−1)±(−1)2−4⋅1⋅(−2
Daraus folgen
x1=2undx2=−1.
Schritt 4: Beide y-Werte berechnen
Für x1=2:
y1y1y1=g(2)=2+1=3
Für x2=−1:
y2y2y2=g(−1)=−1+1=0
Schritt 5: Beide Punkte angeben
S1(−1∣0)S2(2∣3)
Standardweg: Entsteht beim Gleichsetzen eine quadratische Gleichung, wird sie auf die Form ax2+bx+c=0 gebracht und mit der abc-Formel gelöst. So funktioniert das Verfahren auch dann, wenn sich der Term nicht leicht faktorisieren lässt.
5. Wie viele Schnittpunkte sind möglich?
Die Anzahl der Lösungen von f(x)=g(x) entspricht der Anzahl der Schnittpunkte im gemeinsamen Definitionsbereich.
Keine Lösung: Die Graphen besitzen keinen gemeinsamen Punkt.
Eine Lösung: Die Graphen besitzen genau einen gemeinsamen Punkt.
Mehrere Lösungen: Zu jeder Lösung gehört ein Schnittpunkt.
Unendlich viele Lösungen: Die Graphen stimmen vollständig überein.
Bei zwei Geraden gilt zusätzlich:
Verschiedene Steigungen bedeuten genau einen Schnittpunkt.
Gleiche Steigung und verschiedene Achsenabschnitte bedeuten keinen Schnittpunkt.
Dieselbe Funktionsgleichung bedeutet unendlich viele Schnittpunkte.
6. Schnittpunkte im Kontext deuten
Zwei Handytarife werden durch folgende Kostenfunktionen beschrieben:
A(x)=8+0,10x,B(x)=20+0,04x.
Dabei ist x die Gesprächsdauer in Minuten und der Funktionswert sind die Kosten in Euro.
Bei 200 Minuten kosten beide Tarife 28 Euro. Der Schnittpunkt lautet im Modell
S(200∣28).
Für eine vollständige Interpretation müssen beide Koordinaten mit Bedeutung und Einheit genannt werden.
7. Ergebnis kontrollieren
Eine vollständige Probe besteht aus drei Teilen:
Setze jeden gefundenen x-Wert in f ein.
Setze denselben x-Wert in g ein.
Prüfe, ob beide Funktionswerte gleich sind.
Für einen Schnittpunkt S(xS∣yS) muss gelten:
f(xS)=ySundg(xS)=yS.
Typische Fehler
Nur den x-Wert statt des vollständigen Punktes angeben.
Die Umformungsoperation nicht rechts mit /Operation notieren.
Beim Einsetzen Klammern oder Vorzeichen verlieren.
Eine rechnerische Lösung außerhalb des gemeinsamen Definitionsbereichs übernehmen.
Im Sachkontext Einheiten und Bedeutung der Koordinaten vergessen.
8. Arbeitsplan
Graphisch: Zuerst die gemeinsamen Punkte suchen. Danach die Koordinaten ablesen, den Punkt notieren und die Skalierung prüfen.
Rechnerisch: Zuerst f(x)=g(x) aufstellen. Danach die Gleichung zeilenweise lösen und jede Umformung rechts mit einem Schrägstrich notieren. Anschließend y berechnen, den Schnittpunkt angeben und die Probe sowie die Deutung durchführen.
Das solltest du jetzt können
Schnittpunkte als gemeinsame Punkte zweier Graphen erklären,
Schnittpunkte grafisch ablesen,
die Gleichung f(x)=g(x) aufstellen und zeilenweise lösen,
Umformungen rechts in der Form /Operation notieren,
zu jeder Lösung den gemeinsamen Funktionswert berechnen,
keinen, einen, mehrere oder unendlich viele Schnittpunkte unterscheiden,
Schnittpunkte in einem Sachzusammenhang vollständig interpretieren.
Die Stellen suchen, an denen beide Graphen denselben Punkt besitzen.
2
Koordinaten ablesen
Zuerst x, danach y ablesen und als S(x|y) notieren.
3
Skalierung prüfen
Teilstriche und Einheiten beider Achsen vor dem Ablesen bestimmen.
4
Tabellen auswerten
Gleiche x-Werte suchen, bei denen auch die übereinstimmen.
FA 1.6 - Rechnerisches Verfahren anwenden
gleichsetzen, nachvollziehbar lösen und vollständige Schnittpunkte bestimmen.
1
Funktionen gleichsetzen
Die f(x)=g(x) im gemeinsamen Definitionsbereich aufstellen.
2
Zeilenweise umformen
Auf beiden Seiten dieselbe zulässige Operation durchführen. Gleichheitszeichen und /Operation stehen in festen Spalten; Pfeile werden nicht verwendet.
3
Quadratische Gleichungen lösen
Die Normalform ax²+bx+c=0 herstellen, a, b und c sicher ablesen und die abc-Formel vollständig einsetzen.
4
y-Werte berechnen
Jeden x-Wert in eine einsetzen und den gemeinsamen bestimmen.
5
Punkte notieren
Zu jeder Lösung den vollständigen Schnittpunkt S(x|y) angeben.
FA 1.6 - Ergebnis im Kontext deuten
Schnittpunktkoordinaten als Gleichstand zweier Modellgrößen mit Einheiten und Gültigkeitsbereich erklären.
1
x-Koordinate deuten
Erklären, welche Eingabegröße am Gleichstand vorliegt und welche Einheit sie besitzt.
2
y-Koordinate deuten
Erklären, welchen gemeinsamen Wert beide Modelle an dieser Stelle annehmen.
3
Vergleich formulieren
Beschreiben, was vor und nach dem Schnittpunkt für die beiden Modelle gilt, sofern dies gefragt und sachlich sinnvoll ist.
4
Modellbereich prüfen
Nur Lösungen übernehmen, die im sachlich zulässigen Bereich liegen.
FA 1.6 - Lösung kontrollieren und Fehler vermeiden
Schnittpunkte durch doppelte Einsetzprobe, Graph und Lösungsanzahl absichern.
1
Doppelte Einsetzprobe
Jeden gefundenen x-Wert in beide einsetzen und die Gleichheit prüfen.
2
Punktprobe
Kontrollieren, ob f(xS)=yS und g(xS)=yS gilt.
3
Lösungsanzahl prüfen
Rechnerische Lösungen mit der grafisch erwarteten Anzahl an Schnittpunkten vergleichen.
4
Typische Fehler diagnostizieren
Fehlenden y-Wert, Vorzeichenfehler, falsche Punktnotation und unzulässige Kontextwerte gezielt erkennen.
FA 1.6 – Schnittpunkt grafisch erkennen
Schnittpunkte zweier Funktionsgraphen in einer grafischen Darstellung erkennen.
1
Beide Graphen unterscheiden
Identifiziere die zwei Funktionsgraphen, deren gemeinsame Punkte gesucht sind.
2
Gemeinsame Lage suchen
Ein Schnittpunkt liegt dort, wo beide Graphen durch denselben Punkt verlaufen.
3
Alle sichtbaren Schnittpunkte prüfen
Gehe den dargestellten Bereich systematisch von links nach rechts durch.
4
Berührpunkte mitbeachten
Auch ein bloßes Berühren ohne Kreuzung kann einen gemeinsamen Punkt darstellen.
5
Schnittpunkte markieren
Kennzeichne jeden erkannten gemeinsamen Punkt.
6
Vollständigkeit prüfen
Kontrolliere, ob im dargestellten Bereich weitere gemeinsame Punkte vorhanden sind.
FA 1.6 – Schnittpunktkoordinaten ablesen
Die Koordinaten eines grafisch dargestellten Schnittpunkts ablesen.
1
Schnittpunkt markieren
Bestimme den gemeinsamen Punkt der beiden Graphen.
2
x-Koordinate ablesen
Projiziere den Schnittpunkt auf die x-Achse und lies den Argumentwert ab.
3
y-Koordinate ablesen
Projiziere denselben Punkt auf die y-Achse und lies den gemeinsamen ab.
4
Skalierung beachten
Berücksichtige Teilstriche und gegebenenfalls nur näherungsweise ablesbare Werte.
5
Koordinaten notieren
Schreibe den Schnittpunkt als S(x|y).
6
Gemeinsamkeit prüfen
Kontrolliere grafisch, dass beide Graphen tatsächlich durch dieses Wertepaar verlaufen.
FA 1.6 – Schnittpunktgleichung aufstellen
Zur rechnerischen Schnittpunktbestimmung die f(x) = g(x) aufstellen.
1
Schnittpunktbedingung erinnern
Am Schnittpunkt besitzen beide beim selben Argument denselben .
2
Funktionen benennen
Schreibe die beiden als f(x) und g(x) auf.
3
Funktionswerte gleichsetzen
Stelle die f(x)=g(x) auf.
4
Terme einsetzen
Ersetze f(x) und g(x) durch die gegebenen Funktionsterme.
5
Gleichung übersichtlich notieren
Schreibe die entstehende vollständig und korrekt ab.
6
Ziel erkennen
Die Lösungen dieser sind die möglichen x-Koordinaten der Schnittpunkte.
FA 1.6 – Schnittpunktargument berechnen
Die Argumentwerte von Schnittpunkten zweier rechnerisch bestimmen.
1
Schnittpunktgleichung verwenden
Starte mit f(x)=g(x).
2
Funktionsterme einsetzen
Schreibe die konkrete der beiden .
3
Gleichung lösen
Bestimme mit den passenden algebraischen Umformungen alle zulässigen Lösungen für x.
4
Mehrere Lösungen beachten
Die Schnittpunktgleichung kann keinen, einen oder mehrere reelle Argumentwerte liefern.
5
Definitionsbereich prüfen
Verwirf Lösungen, die für eine der beiden nicht zulässig sind.
6
Argumentwerte angeben
Notiere alle gültigen x-Werte der Schnittpunkte.
FA 1.6 – Schnittpunktfunktionswert berechnen
Zu einem berechneten Schnittpunktargument den gemeinsamen bestimmen.
1
Schnittpunktargument übernehmen
Nimm einen bereits berechneten gültigen x-Wert eines Schnittpunkts.
2
Eine Funktion auswählen
Setze den Wert in f oder g ein.
3
Gemeinsamen Funktionswert berechnen
Bestimme y=f(x) beziehungsweise y=g(x).
4
Bei Bedarf zweite Funktion kontrollieren
Am Schnittpunkt muss die zweite denselben Wert liefern.
5
Koordinate bilden
Kombiniere Argumentwert und gemeinsamen zum Schnittpunkt S(x|y).
6
Für weitere Argumente wiederholen
Führe denselben Schritt für jeden weiteren Schnittpunktargumentwert aus.
FA 1.6 – Schnittpunkt rechnerisch prüfen
Ein berechnetes Wertepaar in beide Funktionsgleichungen einsetzen und überprüfen.
1
Wertepaar notieren
Schreibe den berechneten Schnittpunkt S(x₀|y₀) auf.
2
In erste Funktion einsetzen
Berechne f(x₀) und vergleiche mit y₀.
3
Erste Bedingung prüfen
Für einen Schnittpunkt muss f(x₀)=y₀ gelten.
4
In zweite Funktion einsetzen
Berechne g(x₀) und vergleiche ebenfalls mit y₀.
5
Zweite Bedingung prüfen
Auch g(x₀)=y₀ muss erfüllt sein.
6
Urteil formulieren
Nur wenn beide Funktionsgleichungen erfüllt sind, ist das Wertepaar tatsächlich ein Schnittpunkt.
FA 1.6 – Anzahl der Schnittpunkte bestimmen
Anhand von Graphen oder die Anzahl gemeinsamer Punkte bestimmen.
1
Darstellungsart wählen
Nutze die gegebenen Graphen oder die f(x)=g(x).
2
Grafisch gemeinsame Punkte zählen
Bei einer Zeichnung zähle alle unterschiedlichen gemeinsamen Punkte im betrachteten Bereich.
3
Rechnerisch Lösungen bestimmen
Bei gegebenen entspricht jede zulässige Lösung der Schnittpunktgleichung einem gemeinsamen Argumentwert.
4
Berührpunkte mitzählen
Ein Berührpunkt zählt ebenfalls als ein Schnittpunkt.
5
Unzulässige Lösungen ausschließen
Berücksichtige nur Lösungen, die im gemeinsamen Definitionsbereich liegen.
6
Anzahl angeben
Nenne die Zahl der tatsächlichen gemeinsamen Punkte.
FA 1.6 – Schnittpunkt im Kontext deuten
Die Bedeutung eines Schnittpunkts zweier im Sachkontext interpretieren.
1
Schnittpunkt mathematisch erfassen
Übernimm die Koordinaten des gemeinsamen Punktes der beiden .
2
Achsenbedeutungen bestimmen
Ordne Argument und den Sachgrößen des Kontexts zu.
3
Beide Modelle benennen
Kläre, welche zwei Größenverläufe durch die beschrieben werden.
4
Gleichheit deuten
Am Schnittpunkt liefern beide Modelle bei derselben Eingabe denselben Ausgangswert.
5
Einheiten ergänzen
Gib x- und y-Koordinate mit ihren passenden Einheiten an.
6
Kontextsatz formulieren
Beschreibe, wann beziehungsweise bei welcher Eingabe beide Situationen denselben Wert besitzen und wie groß dieser gemeinsame Wert ist.
=
(3,7)
Beispiel mit Gerade und Parabel
f(x)=x^2-1
g(x)=x+1
Schnittpunkt(f,g)
Erwartete Ausgaben: S1=(−1,0) und S2=(2,3).
Sinnvolle Kontrolle
Funktionen exakt eingeben.
Schnittpunkte grafisch anzeigen lassen.
Die Koordinaten mit dem händischen Ergebnis vergleichen.
Abweichungen durch Einsetzen in beide Funktionen untersuchen.
Wichtig: Ein Werkzeugergebnis ohne , Rechenweg und Deutung ist keine vollständige Lösung.