Algebra und Geometrie13 SchrittlistenPDF verfügbar
Interaktive Visualisierung
Geradengleichung verstehen
Klicke auf die Bestandteile der Geradengleichung und beobachte, was in der Grafik hervorgehoben wird. Über den Parameter s entsteht jeder Punkt der Geraden.
Bestandteile anklicken
=+*
Parameter s
aktueller Wert1
−203
Aktueller Fokus
Geradengleichung
Die Gerade besteht aus allen Punkten x, die man aus P + s * r erhält.
Aktuelle Gleichung
X=P+1∗r=(−10,5)+1∗(21)=(11,5)
Merke: Bei s = 0 erhältst du den Stützpunkt P. Positive und negative Werte von s liefern weitere Punkte derselben Geraden.
Eine Gerade wird durch einen festen Punkt und eine Richtung beschrieben. Die Parametergleichung zeigt nicht nur, wo die Gerade liegt, sondern auch, wie man jeden Punkt auf ihr erzeugen kann.
Arbeitsplan: Darstellung und Raumdimension klären → Punkt und Richtung erkennen → in R2 gegebenenfalls den eliminieren → zeilenweise vergleichen → Lagefall vollständig bestimmen → Ergebnis geometrisch deuten.
Parametergleichung einer Geraden
Wir verwenden durchgehend die Notation
g
So gehst du vor
Schrittlisten
Öffne die passende Liste und arbeite die Schritte der Reihe nach ab.
AG 3.4 – Geradendarstellungen aufstellen
Geraden aus Punkten und Richtungen in der passenden Darstellungsform angeben.
1
Raumdimension bestimmen
Kläre, ob die Gerade in R2 oder R3 liegt.
2
Gegebene Daten ordnen
Unterscheide Punkte, Richtungsangaben und Gleichungsbedingungen.
Digitales Werkzeug
GeoGebra
Wichtige Befehle und ihre Verwendung zu diesem Thema.
GeoGebra-Ergänzung: AG 3.4 – Geraden in R2 und R3
GeoGebra dient hier zum Darstellen und Kontrollieren bereits mathematisch begründeter Geraden und Lagefälle.
1. Parameterfreie Gerade in
Nächster Schritt
Festige das Thema mit passenden Aufgaben.
Starte eine Aufgabensammlung, speichere deinen Fortschritt und hole dir bei Bedarf schrittweise Unterstützung.
X ist der Ortsvektor eines beliebigen Punktes der Geraden.
Beispiel
g:X=(2−1)+t(32).
Für t=0 erhält man den Punkt P=(2∣−1). Andere Parameterwerte erzeugen weitere Punkte auf derselben Geraden.
Zeilenweises Anschreiben
In R2 schreiben wir
X=(xy).
Aus
(xy)=(p1p2)+t(r1r2)
folgt zeilenweise:
x=p1+tr1,
y=p2+tr2.
Beispiel
g:X=(2−1)+t(32)
wird zu
x=2+3t,
y=−1+2t.
Merke: In R3 kommt eine dritte Zeile für z hinzu.
Parameterfreie Geradengleichungen in R2
In der Ebene kann eine Gerade auch ohne Parameter beschrieben werden. Eine allgemeine Form ist
ax+by=c,
wobei a und b nicht gleichzeitig 0 sein dürfen.
Beispiele:
2x−3y=7,
x=4,
y=−2.
Die Gleichung beschreibt genau jene Punkte (x∣y), deren Koordinaten die Gleichung erfüllen.
Abgrenzung: Die geometrische Deutung von (a,b) als Normalvektor gehört zu AG 3.5. In AG 3.4 steht die Gerade als Lösungsmenge der Gleichung im Mittelpunkt.
Besondere Formen
Ist b=0, kann nach y aufgelöst werden:
y=kx+d.
Diese Form heißt Steigungsform. Dabei ist k die und d der Abschnitt auf der y-Achse.
Vertikale Geraden können nicht als y=kx+d geschrieben werden. Sie besitzen die Form
x=c.
Horizontale Geraden besitzen die Form
y=c.
Von der Parameterdarstellung zur parameterfreien Gleichung
Gegeben sei
g:(xy)=(2−1)+t(32).
Zeilenweise:
x=2+3t,
y=−1+2t.
Der Parameter wird eliminiert. Aus der ersten Gleichung folgt
t=3x−2.
In die zweite Gleichung eingesetzt:
y=−1+2⋅3x−2.
Nun wird ohne Bruch umgeformt:
3y=−3+2x−4,
3y=2x−7,
2x−3y=7.
Die beiden Darstellungen beschreiben dieselbe Gerade:
(xy)=(2−1)+t(32)
und
2x−3y=7.
Sonderfall einer vertikalen Geraden
(xy)=(41)+t(03).
Hier gilt stets
x=4.
Die parameterfreie Gleichung lautet daher direkt
x=4.
Von der parameterfreien Gleichung zur Parameterdarstellung
Gegeben sei
2x−3y=7.
Eine Möglichkeit besteht darin, eine Variable frei zu wählen. Setze
y=1+2t.
Dann folgt
2x−3(1+2t)=7,
2x=10+6t,
x=5+3t.
Damit erhält man
g:(xy)=(51)+t(32).
Alternativ können zwei verschiedene Punkte der Gleichung bestimmt und anschließend verbunden werden.
Punktprobe bei einer parameterfreien Gleichung
Für die Gerade
g:2x−3y=7
und den Punkt A=(5∣1) gilt:
2⋅5−3⋅1=10−3=7.
Daher liegt A auf g.
Für B=(2∣1) gilt:
2⋅2−3⋅1=1=7.
Daher liegt B nicht auf g.
Merke: Bei einer parameterfreien Gleichung werden die Punktkoordinaten direkt eingesetzt. Es muss kein Parameter bestimmt werden.
Punkte auf einer Geraden erzeugen
Jeder Parameterwert liefert einen Punkt auf der Geraden.
Für
g:X=(2−1)+t(32)
entstehen beispielsweise:
Parameter
Punkt
t=−1
(−1∣−3)
t=0
(2∣−1)
t=1
(5∣1)
t=2
(8∣3)
Eine Gerade aus Punkt und Richtung aufstellen
Gegeben seien der Punkt P=(1∣4) und der Richtungsvektor
r=(2−3).
Dann lautet die Geradengleichung
g:X=(14)+t(2−3).
Der Richtungsvektor darf durch jedes von null verschiedene Vielfache ersetzt werden. Die Gerade bleibt gleich.
Gerade durch zwei Punkte
Sind zwei verschiedene Punkte A und B gegeben, erhält man einen Richtungsvektor durch
r=AB=B−A.
Beispiel
A=(1∣2),B=(5∣4).
r=(54)−(12)=(42).
Damit ist beispielsweise
g:X=(12)+t(42).
Punktprobe
Bei einer Punktprobe wird der zu prüfende Punkt in X eingesetzt. Danach wird die Gleichung zeilenweise angeschrieben.
Beispiel: Punkt liegt auf der Geraden
Gegeben sind
g:X=(2−1)+t(32)
und A=(8∣3).
1. Punkt in X einsetzen
(83)=(2−1)+t(32).
2. Zeilenweise anschreiben
8=2+3t,
3=−1+2t.
3. Parameter bestimmen
Aus beiden Zeilen folgt t=2. Daher liegt A auf g.
Wichtig: Nur wenn in allen Zeilen derselbe Parameterwert entsteht, liegt der Punkt auf der Geraden.
Lagebeziehungen zweier Geraden
Die möglichen Lagefälle hängen von der Raumdimension ab.
In R2
Zwei Geraden sind genau in einem der drei Lagefälle:
schneidend: genau ein gemeinsamer Punkt,
echt parallel: kein gemeinsamer Punkt und parallele Richtungen,
identisch: unendlich viele gemeinsame Punkte.
Sind die Richtungsvektoren in R2 nicht parallel, schneiden sich die Geraden immer.
In R3
Zwei Geraden sind genau in einem der vier Lagefälle:
schneidend: genau ein gemeinsamer Punkt,
echt parallel: parallele Richtungen, aber kein gemeinsamer Punkt,
identisch: parallele Richtungen und unendlich viele gemeinsame Punkte,
windschief: nicht parallele Richtungen und kein gemeinsamer Punkt.
Entscheidungsweg für zwei Geraden
Gegeben sind
g:X=P+sr,
h:X=Q+tv.
Schritt 1: Richtungsvektoren vergleichen
Prüfe, ob es eine Zahl λ=0 gibt mit
v=λr.
Richtungsvektoren sind parallel
Dann sind die Geraden entweder identisch oder echt parallel.
Führe eine Punktprobe mit Q auf g durch:
Q∈g: Die Geraden sind identisch.
Q∈/g: Die Geraden sind echt parallel.
Richtungsvektoren sind nicht parallel
Dann werden die Geraden gleichgesetzt:
P+sr=Q+tv.
In R2 besitzt das entstehende System genau eine Lösung. Die Geraden schneiden sich.
In R3 muss das System aus drei Koordinatengleichungen geprüft werden:
alle drei Gleichungen sind mit denselben Werten s,t erfüllt: schneidend,
die Gleichungen sind widersprüchlich: windschief.
Zentrale Unterscheidung in R3: Nicht parallele Richtungsvektoren bedeuten noch nicht automatisch, dass sich die Geraden schneiden.
Beispiel in R3: schneidende Geraden
g:X=102s12−1
h:X=46−1t2−11
Die Richtungsvektoren sind nicht parallel. Gleichsetzen liefert:
1+s=4+2t,
2s=6−t,
2−s=−1+t.
Aus den ersten beiden Gleichungen folgt
s=3,t=0.
Auch die dritte Gleichung ist erfüllt:
2−3=−1+0.
Daher schneiden sich die Geraden im Punkt
S=46−1.
Beispiel in R3: windschiefe Geraden
g:X=000s100
h:X=011t010
Die Richtungsvektoren sind nicht parallel. Gleichsetzen ergibt:
s=0,
0=1+t,
0=1.
Die dritte Gleichung ist ein Widerspruch. Es gibt keinen gemeinsamen Punkt.
Da die Geraden außerdem nicht parallel sind, sind sie windschief.
Lagefälle sicher dokumentieren
Eine vollständige Begründung enthält:
Vergleich der Richtungsvektoren,
bei parallelen Richtungen eine Punktprobe,
bei nicht parallelen Richtungen in R3 die Kontrolle aller drei Koordinatengleichungen,
den eindeutig benannten Lagefall,
bei schneidenden Geraden den kontrollierten Schnittpunkt.
Schnittpunkt zweier Geraden
Schnittpunkt bedeutet Gleichsetzen.
In R3 müssen nach dem Lösen alle drei Koordinatengleichungen erfüllt sein. Andernfalls liegt kein Schnittpunkt vor.
g:X=P+sr,
h:X=Q+tv.
Für einen gemeinsamen Punkt gilt
P+sr=Q+tv.
Danach wird zeilenweise angeschrieben.
Ausführliches Beispiel
g:X=(11)+s(21),
h:X=(71)+t(−11).
1. Gleichsetzen
(11)+s(21)=(71)+t(−11).
2. Zeilenweise anschreiben
1+2s=7−t,
1+s=1+t.
Aus der zweiten Zeile folgt
t=s.
Einsetzen in die erste Zeile:
1+2s=7−s,
3s=6,
s=2und damitt=2.
3. Schnittpunkt berechnen
S=(11)+2(21)=(53).
Also ist
S=(5∣3).
GeoGebra
In GeoGebra kann die Darstellung einer Geraden über das Kontextmenü geändert werden. Je nach Oberfläche öffnet man es mit Rechtsklick auf die Geradengleichung oder über das 3-Punkte-Menü und wählt anschließend die Parameterdarstellung.
Typische Fehler
Punkt und Richtungsvektor vertauschen
Der Punkt P legt die Lage der Geraden fest. Der Richtungsvektor r beschreibt ihre Richtung.
X nicht als Koordinatenvektor schreiben
Für das zeilenweise Anschreiben muss in R2 gelten:
X=(xy).
Bei der Punktprobe unterschiedliche Parameter akzeptieren
Ein Punkt liegt nur dann auf der Geraden, wenn in allen Zeilen derselbe Parameterwert entsteht.
Beim Schnittpunkt nicht gleichsetzen
Zwei Geraden besitzen am Schnittpunkt denselben Ortsvektor. Deshalb werden ihre rechten Seiten gleichgesetzt.
Parallel und identisch verwechseln
Parallele Richtungsvektoren reichen nicht aus. Erst eine zusätzliche Punktprobe entscheidet zwischen parallel und identisch.
In R2 nur die Parameterdarstellung kennen
In der Ebene muss eine Gerade auch durch eine parameterfreie Gleichung wie ax+by=c, y=kx+d oder x=c angegeben und interpretiert werden können.
Vertikale Geraden fälschlich als y=kx+d schreiben
Eine vertikale Gerade besitzt keine endliche Steigung und wird als x=c angegeben.
In R3 „nicht parallel“ mit „schneidend“ verwechseln
Nicht parallele Geraden können im Raum windschief sein. Deshalb müssen alle drei Koordinatengleichungen gemeinsam erfüllt sein.
Nur zwei der drei Koordinatengleichungen prüfen
Zwei berechnete Parameterwerte genügen nicht. Die dritte Gleichung entscheidet häufig zwischen schneidend und windschief.
Zusammenfassung
Eine Gerade wird als g:X=P+tr dargestellt.
P ist ein Punkt auf der Geraden, r ihr Richtungsvektor und t ein Parameter.
In R2 wird X=(x, geschrieben und anschließend zeilenweise angeschrieben.
Bei der Punktprobe wird der Punkt in X eingesetzt.
Für die Lagebeziehung werden zuerst die Richtungsvektoren verglichen.
Bei parallelen Richtungsvektoren entscheidet eine Punktprobe zwischen parallel und identisch.
In R2 können Geraden auch parameterfrei als ax+by=c, bei nicht vertikalen Geraden als y=, beschrieben werden.
Parameterdarstellung und parameterfreie Gleichung können durch Eliminieren beziehungsweise Einführen eines Parameters ineinander überführt werden.
In R2 gibt es schneidende, echt parallele und identische Geraden.
In R3 kommt der windschiefe Lagefall hinzu.
Bei parallelen Richtungsvektoren entscheidet eine Punktprobe zwischen echt parallel und identisch.
Bei nicht parallelen Geraden in R3 müssen alle drei Koordinatengleichungen erfüllt sein; sonst sind die Geraden windschief.
Ein berechneter Schnittpunkt wird in beide Geraden eingesetzt.
3
Stützpunkt wählen
Verwende einen bekannten Punkt als Stützvektor.
4
Richtungsvektor bestimmen
Nutze eine gegebene Richtung oder bilde die Differenz zweier Punkte.
5
Parameterdarstellung notieren
Schreibe X=P+tr mit r=0.
6
In R2 Darstellungsform wählen
Entscheide zwischen Parameterform, ax+by=c, y=kx+d und x=c.
7
Darstellung kontrollieren
Prüfe gegebene Punkte und die Richtungsinformation.
AG 3.4 – Geradendarstellungen in R² umformen und interpretieren
Parameterdarstellung und parameterfreie Gleichung ineinander überführen und geometrisch lesen.
1
Stütz- und Richtungsvektor lesen
Interpretiere den festen Punkt und die Veränderungsrichtung.
2
Koordinatengleichungen anschreiben
Schreibe die Parameterdarstellung zeilenweise.
3
Parameter eliminieren
Löse nach dem auf und setze in die andere Koordinate ein.
4
Parameterfreie Gleichung vereinfachen
Bringe die auf eine äquivalente Form wie ax+by=c.
5
Sonderformen erkennen
Unterscheide y=kx+d, horizontale und vertikale Geraden.
6
Parameter einführen
Wähle bei einer eine frei und bestimme die andere.
7
Äquivalenz kontrollieren
Setze Punkte oder die Parameterdarstellung in die ein.
AG 3.4 – Lagebeziehungen zweier Geraden vollständig analysieren
Die dimensionsabhängigen Lagefälle sicher unterscheiden und begründen.
1
Dimension bestimmen
In R2 gibt es drei, in R3 vier Lagefälle.
2
Richtungsvektoren vergleichen
Prüfe, ob die Richtungsvektoren Vielfache sind.
3
Parallelen Fall untersuchen
Führe eine Punktprobe durch und unterscheide identisch von echt parallel.
4
Nichtparallelen Fall gleichsetzen
Verwende verschiedene für die beiden Geraden.
5
Parametersystem lösen
Bestimme mögliche Parameterwerte aus den Koordinatengleichungen.
6
In R3 alle Gleichungen prüfen
Ein Widerspruch bei nicht parallelen Richtungen bedeutet windschief.
7
Lagefall benennen
Dokumentiere schneidend, echt parallel, identisch oder windschief.
AG 3.4 – Punktprobe in Parameter- und Gleichungsform
Punktzugehörigkeit abhängig von der Darstellungsform korrekt prüfen.
1
Darstellungsform erkennen
Entscheide zwischen Parameterdarstellung und parameterfreier .
2
Bei Parameterform Gleichungen bilden
Setze die Punktkoordinaten in alle Koordinatengleichungen ein.
3
Parameter bestimmen
Bestimme den aus einer geeigneten Koordinate.
4
Weitere Koordinaten prüfen
Derselbe muss alle übrigen erfüllen.
5
Bei Gleichungsform direkt einsetzen
Setze x- und y-Koordinate in ax+by=c ein.
6
Sonderfälle beachten
Behandle konstante Koordinaten und Nullkomponenten korrekt.
7
Lageaussage begründen
Formuliere eindeutig, ob der Punkt auf der Geraden liegt.
AG 3.4 – Schnittpunkt bestimmen und kontrollieren
Schnittpunkte in R² und R³ durch vollständiges Gleichsetzen ermitteln.
1
Verschiedene Parameter verwenden
Notiere die Geraden mit zwei unterschiedlichen .
2
Vektorgleichungen gleichsetzen
Schreibe für jede Koordinate eine an.
3
Parameter lösen
Bestimme die aus einem geeigneten Gleichungspaar.
4
Alle Koordinaten prüfen
In R3 muss auch die dritte erfüllt sein.
5
Schnittpunkt berechnen
Setze einen in die zugehörige Gerade ein.
6
In beide Geraden einsetzen
Kontrolliere den Schnittpunkt mit beiden Parameterwerten.
7
Ergebnis deuten
Benenne Schnittpunkt und Lagefall im geometrischen Kontext.
AG 3.4 – Stützpunkt ablesen
Aus einer Parameterdarstellung einen Punkt der Geraden ablesen.
1
Parameterdarstellung erkennen
Lies die Gerade in der Form x = p + t·v beziehungsweise in der verwendeten Vektorschreibweise.
2
Konstanten Vektor identifizieren
Der Vektor ohne ist der Stützvektor p.
3
Punktkoordinaten übernehmen
Die Komponenten von p sind die Koordinaten eines Punktes der Geraden.
4
Stützpunkt notieren
Schreibe den zugehörigen Punkt P mit diesen Koordinaten auf.
5
Parameterwert 0 prüfen
Für t=0 ergibt die Parameterdarstellung genau den Stützpunkt.
6
Zuordnung kontrollieren
Verwechsle den Stützpunkt nicht mit dem Richtungsvektor, der mit dem multipliziert wird.
AG 3.4 – Richtungsvektor ablesen
Aus einer Parameterdarstellung einen Richtungsvektor der Geraden ablesen.
1
Parameterdarstellung erkennen
Lies die Gerade in der Form x = p + t·v.
2
Parameterterm markieren
Bestimme den Vektor, der mit dem t multipliziert wird.
3
Richtungsvektor ablesen
Dieser Vektor v ist ein Richtungsvektor der Geraden.
4
Komponenten notieren
Übernimm alle Komponenten von v mit ihren Vorzeichen in der richtigen Reihenfolge.
5
Vielfache einordnen
Jedes von 0 verschiedene Vielfache von v ist ebenfalls ein Richtungsvektor derselben Geraden.
6
Stützvektor abgrenzen
Kontrolliere, dass nicht der konstante Vektor p als Richtungsvektor verwendet wurde.
AG 3.4 – Punktprobe durchführen
Prüfen, ob ein gegebener Punkt auf einer Geraden liegt.
1
Punkt und Gerade notieren
Schreibe den zu prüfenden Punkt Q und die Geradendarstellung übersichtlich auf.
2
Koordinaten gleichsetzen
Setze die Koordinaten von Q mit den entsprechenden Komponenten der Geraden gleich.
3
Parameter bestimmen
Berechne aus einer Komponentengleichung den möglichen Parameterwert t.
4
Gleichen Parameter prüfen
Setze denselben t-Wert in alle übrigen Komponentengleichungen ein.
5
Lage entscheiden
Sind alle Komponentengleichungen erfüllt, liegt Q auf der Geraden; sonst nicht.
6
Urteil formulieren
Gib die Punktprobe mit dem entscheidenden gemeinsamen oder widersprüchlichen Parameterwert an.
AG 3.4 – Geraden in R² als Gleichung angeben
Eine Gerade in der Ebene in parameterfreier Form angeben.
1
Parameterdarstellung erfassen
Bestimme Stützpunkt P und Richtungsvektor v der Geraden in ℝ².
2
Normalvektor bilden
Wähle zu v=(v₁,v₂) einen senkrechten Vektor n, zum Beispiel n=(v₂,−v₁).
3
Normalform ansetzen
Verwende n·(x−p)=0.
4
Skalarprodukt ausmultiplizieren
Schreibe die als lineare Gleichung in x und y ohne .
5
Konstante zusammenfassen
Bringe die in eine Form wie ax+by=c beziehungsweise ax+by+d=0.
6
Gerade prüfen
Setze den Stützpunkt ein und kontrolliere, dass die erfüllt ist.
AG 3.4 – Steigung aus Geradengleichung ablesen
Aus einer expliziten Geradengleichung die Steigung bestimmen.
1
Explizite Form erkennen
Bringe die Geradengleichung bei Bedarf auf die Form y=m·x+b.
2
Koeffizienten vor x identifizieren
Der m vor x ist die der Geraden.
3
Steigung ablesen
Übernimm m einschließlich seines Vorzeichens.
4
Vorzeichen deuten
Bei m>0 steigt, bei m<0 fällt und bei m=0 verläuft die Gerade waagrecht.
5
Steigungsdreieck zuordnen
Interpretiere m als Änderung in y pro Änderung 1 in x.
6
Ergebnis kontrollieren
Prüfe, dass der konstante b nicht mit der verwechselt wurde.
AG 3.4 – Identische Geraden erkennen
Prüfen, ob zwei Geradendarstellungen dieselbe Gerade beschreiben.
1
Richtungsvektoren vergleichen
Prüfe zuerst, ob die Richtungsvektoren parallel sind, also voneinander verschiedenes Nullvielfache darstellen.
2
Stützpunkte vergleichen
Bestimme einen Stützpunkt jeder Geraden.
3
Punktprobe durchführen
Prüfe, ob der Stützpunkt der einen Geraden auf der anderen Geraden liegt.
4
Kriterien verbinden
Parallele Richtungen und ein gemeinsamer Punkt bedeuten, dass beide Darstellungen dieselbe Gerade beschreiben.
5
Von echt parallelen Geraden unterscheiden
Sind die Richtungen parallel, aber die Punktprobe scheitert, sind die Geraden verschieden und parallel.
6
Urteil formulieren
Begründe die Identität mit Parallelität der Richtungen und gemeinsamer Punktlage.
AG 3.4 – Windschiefe Geraden erkennen
In R³ erkennen, ob zwei Geraden weder parallel noch schneidend sind.
1
Richtungsvektoren vergleichen
Prüfe, ob die beiden Geraden parallel sind.
2
Parallelfall ausschließen
Sind die Richtungsvektoren keine Vielfachen voneinander, können die Geraden schneiden oder windschief sein.
3
Schnittgleichung ansetzen
Setze die beiden Parameterdarstellungen komponentenweise gleich.
4
Parameterbedingungen lösen
Bestimme mögliche Parameterwerte aus zwei Komponenten.
5
Dritte Komponente prüfen
Kontrolliere in ℝ³, ob dieselben auch die verbleibende Komponentengleichung erfüllen.
6
Windschiefe erkennen
Sind die Geraden nicht parallel und existiert kein gemeinsamer Punkt, sind sie windschief.
AG 3.4 – Geradenlage im Kontext deuten
Eine ermittelte Lagebeziehung im geometrischen oder sachlichen Kontext interpretieren.
1
Mathematische Lage festhalten
Übernimm die ermittelte Beziehung wie schneidend, parallel, identisch oder windschief.
2
Objekte im Kontext benennen
Ordne den beiden Geraden die beschriebenen Wege, Kanten, Bewegungsbahnen oder anderen Sachobjekte zu.
3
Schnittfall deuten
Ein Schnittpunkt bedeutet im Kontext einen gemeinsamen Ort, sofern auch weitere Bedingungen wie gleicher Zeitpunkt erfüllt sind.
4
Parallel- oder Identitätsfall deuten
Erkläre, ob die Objekte dauerhaft getrennt verlaufen oder dieselbe geometrische Bahn beschreiben.
5
Windschiefe Lage deuten
In ℝ³ bedeutet windschief, dass sich die Geraden trotz unterschiedlicher Richtungen nicht schneiden.
6
Kontextsatz formulieren
Gib die Lagebeziehung in einem vollständigen Satz mit der sachlichen Bedeutung wieder.
R2
Beispiel:
g: 2x - 3y = 7
Prüfpunkte:
A = (5,1)
B = (2,1)
Mit
Relation(A,g)
Relation(B,g)
kann kontrolliert werden, ob die Punkte auf der Geraden liegen.
2. Dieselbe Gerade aus zwei Punkten
A = (2,-1)
B = (5,1)
h = Line(A,B)
Die Geraden g und h sollten deckungsgleich dargestellt werden.
3. Vertikale Gerade
v: x = 4
Diese Gerade kann nicht als y=kx+d geschrieben werden.
4. Geraden in R3
In der 3D-Ansicht:
g = Line((0,0,0),(1,0,0))
h = Line((0,1,1),(0,2,1))
Die Geraden sind nicht parallel und besitzen keinen Schnittpunkt. Sie sind windschief.
Ein schneidendes Beispiel:
p = Line((1,0,2),(4,6,-1))
q = Line((4,6,-1),(6,5,0))
Beide Geraden enthalten den Punkt (4,6,−1).
5. Mathematische Kontrolle
GeoGebra ersetzt nicht:
den Vergleich der Richtungsvektoren,
die Punktprobe bei parallelen Richtungen,
das vollständige Gleichungssystem in R3,
die Kontrolle aller drei Koordinatengleichungen,
die eindeutige Benennung des Lagefalls.
Wichtig: In R3 bedeutet „nicht parallel“ nicht automatisch „schneidend“.